Die internationale Mailing Liste NS-Zwangsarbeit

Anfang des Jahres 2000, noch bevor die “Entschädigung” der Zwangsarbeiter in die Tat um-gesetzt wurde, entstand in privater Initiative die internationale Mailing Liste NS-Zwangsarbeit. Geschichtswerkstätten, Museen und erinnerungspolitische Aktivistinnen und Aktivisten standen am Anfang, sehr bald nahmen Archive am Austausch teil, bei denen die Anfragen der ehemaligen Zwangsarbeiter zu bearbeiten waren. Die eigentlichen Instanzen, die für die Abwicklung der “Entschädigung” zuständig waren, hielten sich eher bedeckt.
Die Mailing Liste hat bis heute rund 300 Mitglieder; allerdings ist eine hohe Fluktuation zu bemerken – sie ist der Tatsache geschuldet, dass beispielsweise im Museumsbereich überwiegend Personal mit befristeten Verträgen mit dem Thema betraut war. Der größte Anteil der Mitglieder ist in Deutschland aktiv, doch reichte die Mailing Liste von den USA bis in die Ukraine, von Norwegen über Israel bis Australien.
Ein Rückblick auf 15 Jahre Mailing Liste wird einige Schwerpunkte und Akzentverschiebungen in der Behandlung des Themas “NS-Zwangsarbeit” herausarbeiten etwa von der Nachweissuche zur Erinnerungskultur.

 

Bernhard Bremberger, Kulturwissenschaftler, war von 1998 bis 2001 Mitarbeiter des Heimatmuseums Berlin-Neukölln sowie von 2001 bis 2007 der „Koordinierungsstelle für die Auskunftsersuchen von Zwangsarbeitern“ des Landes Berlin. Im Jahr 2001 war er Mitinitiator der internationalen Mailing-Liste Zwangsarbeit, die er seitdem moderiert.

Bernhard Bremberger, Berlin

Leave a Reply