Die Online-Lernumgebungen “Lernen mit Interviews. Zwangsarbeit 1939-1945 / “Nucená práce 1939-1945. Příběhy pamětníků ve výuce“

in der Bildungspraxis in Deutschland und in der Tschechischen Republik

Das digitale Interview-Archiv “Zwangsarbeit 1939-1945” versammelt fast 600 lebensgeschichtliche Video- und Audiointerviews ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus 26 Ländern. Die Sammlung ist seit Januar 2009 online unter www.zwangsarbeit-archiv.de zugänglich.

Anhand von ausgewählten Interviews aus dieser Sammlung entstanden in Deutschland und in der Tschechischen Republik moderne Lernplattformen zum Thema der NS-Zwangsarbeit mit dem Ziel, den Geschichtsunterricht an den Schulen mit innovativem Bildungsmaterialien zur Oral History zu unterstützen.
Im vergangenen Jahr wurde in einem intensiven Diskussionsprozess eine gemeinsame Basis-Version der Lernplattform entwickelt: Diese ermöglicht es beispielsweise, dass die Interviews mit anderen Quellen verknüpft, kontextualisiert und unter verschiedenen Aufgabenstellungen beleuchtet werden können. Durch das Responsive Design kann das Lernen und die digitale Begegnung mit den Interviews in einer Vielzahl von Settings stattfinden: Im Klassenraum, am Laptop, aber auch über das Tablet oder Smartphone. Inzwischen ist eine gemeinsame Basis mit konzeptionellen Gemeinsamkeiten und Übereinkünften über das Lernen mit den Videozeugnissen entstanden.

Ausgehend von dieser Basis unterscheiden sich die inhaltlichen Konzepte für die Ländervarianten der Lernplattformen für Deutschland und die Tschechische Republik: Sie reflektieren mit der Auswahl der Interviews und der Konzeption der Aufgabenstellungen in unterschiedlicher Form die gesellschaftlichen Diskurse um die NS-Zwangsarbeit in den beiden Ländern.

Der Workshop umfasst:

  • Das mediendidaktische Basis-Konzept der Lernplattform
  • Den Vergleich der historisch-didaktischen Konzepte der Ländervarianten
  • Praktische Erprobung der Beta-Version der Plattformen anhand ausgewählter Biografien
  • Erste Erfahrungen aus dem Einsatz der Lernplattformen an Schulen in Deutschland und der Tschechischen Republik.
  • Das Projekt der Erarbeitung der Lernplattformen wird durch CeDiS, Freie Universität Berlin und von Živá paměť (Lebendige Erinnerung), Prag, getragen, und von der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” finanziell unterstützt.

 

Dorothee Wein ist Ethnologin und Politikwissenschaftlerin. Seit 2008 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin.

Šárka Jarská studierte am Institut für internationale Studien an der Karlsuniversität Prag. Seit September 2014 leitet sie die Erarbeitung der tschechischen Variante der Online-Lernplattform zum Thema Zwangsarbeit 1939-1945.

Šárka Jarská, Prag and Dorothee Wein, Berlin
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